Fair bleiben bei den Renten!

Am 7. März stimmen wir darüber ab, ob wir mittels einer Senkung des Umwandlungssatzes für Pensionskassen von 6,8 auf 6,4 % künftig geringere Renten in Kauf nehmen wollen. Es ist eine Vorlage, welche von der Versicherungsbranche massiv unterstützt wird. Wir werden im Abstimmungskampf sehen, wie die Versicherer mit Millionen von Prämiengeldern für die Senkung Propaganda machen.

Ich selber bin ein vehementer Befürworter von solide finanzierten Pensionskassen. Auch die Höhe des Umwandlungssatzes ist für mich nicht sakrosankt. Man kann diese aufgrund der Alterung der Gesellschaft tatsächlich diskutieren.

Die jetztige Vorlage hat aber nichts damit zu tun. Sie ist ein Ausweichmanöver vor den schlechten Anlagerenditen, welche die Pensionskassen durch ihre hohen Verwal-tungskosten und die Börsenverluste selber verursacht haben.

Schlicht und einfach wird von den Befürwortern behauptet, die Pensionskassen könnten künftig die notwendigen Erträge von rund 5 % nicht mehr erarbeiten. Diese Behauptung beruht auf Prognosen, welche sich in der Vergangenheit immer als zu pes-simistisch erwiesen haben. Auch das Argument, die finanzielle Notlage komme wegen der Alterung der Bevölkerung überzeugt nicht.

Viele Kassen haben sich mit riskanten Anlagegeschäften an der Börse verspekuliert. Dazu kommt eine weitere Rechnung, welche zeigt, wie mit unseren Vorsorgegeldern gewirtschaftet wird: die enormen Verwaltungs- und Beratungskosten.

In der Schweiz sind über fünf Millionen Menschen bei einer Pensionskasse versichert. Und jeder von ihnen bezahlt im Durchschnitt jährlich CHF 770.— an Verwaltungskos-ten. Zum Vergleich: die AHV macht das um den Faktor 30 günstiger, die Kosten betra-gen dort gerade mal CHF 25.— pro versicherte Person. Man rechne: eine Einsparung auf den Verwaltungskosten der Kassen um rund einen Drittel hätte exakt dieselbe Sparwirkung wie die von den Versicherungen nun propagierte Senkung des Umwandlungssatzes.

Anstatt die Renten zu senken würden viele Kassen besser ihre überhöhten Verwaltungskosten senken. Dazu könnten sie andere Anlagen wählen und so zum Teil enorme Gebühren und Beratungshonorare einsparen. Die Senkung des Umwandlungssatzes, wie sie die Versicherer jetzt durchsetzen wollen, gefährdet die Glaubwürdigkeit unserer Altersvorsorge. Ich hoffe, die Vorlage wird abgelehnt.

Ein „Nein“ bietet Bundesrat und Parlament die Möglichkeit, eine neue, ausgewogene Vorlage auszuarbeiten. Damit unsere Altersvorsorge verlässlich bleibt!

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